Projekt: Erwartung und Prognose

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Projektname

  • Erwartung und Prognose. Konjunkturforschung in den Vereinigten Staaten, Deutschland und den Niederlanden, 1920-1960

Fachgebiete

  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Laufzeit

  • 2015–2019

Kurzbeschreibung

"Konjunkturforscher analysieren vergangene und gegenwärtige Konjunkturbewegungen, um auf Grundlage dieser Daten Prognosen über den künftigen Wirtschaftsverlauf zu erstellen (professionelle Erwartungsbildung). Diese Prognosen beeinflussen wiederum die Erwartungen ökonomischer und politischer Akteure (ökonomische Erwartungen) und damit die Konjunktur selbst. Die Studie untersucht den Prozess der professionellen Erwartungsbildung im Rahmen der quantitativen Konjunkturforschung zwischen 1920 und 1960. Wie analysierten Konjunkturforscher am amerikanischen National Bureau of Economic Research (NBER), dem Deutschen Institut für Konjunkturfoschung (IfK)/Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem niederländischen Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) und dem Centraal Planbureau (CPB) das Verhalten ökonomischer Akteure, und wie leiteten sie daraus deren künftige ökonomische Erwartungen ab? Wie erstellten Konjunkturforscher auf der Grundlage dieser Daten Prognosen? An Hand einer umfassenden historischen Kontextualisierung der professionellen Erwartungsbildung in den Vereinigten Staaten, Deutschland und den Niederlanden zwischen 1920 bis 1960 untersucht die Arbeit den Einfluss von Erfahrungen auf die professionelle Erwartungsbildung: Inwiefern prägten ökonomische Ereignisse, politische Institutionen und das jeweilige Maß an politischer Einbindung die Erwartungsbildung der Konjunkturforscher? Der Untersuchungszeitraum umfasst die Entwicklung der quantitativen Konjunkturforschung von ihren Anfängen im Anschluss an den Ersten Weltkrieg bis zu ihrer Etablierung als Leitdisziplin der Volkswirtschaftslehre in den 1950er Jahren. Die Ökonomen am NBER, dem IfK/DIW und dem CBS waren durch den Forschungsansatz des Harvard Committee of Economic Research (Harvard Business Barometer) beeinflusst. Die Debatten, die der Gründung der Institute vorausgingen, und die Ziele, die ihnen dabei zugeschrieben wurden, glichen einander. Trotzdem entwickelten die drei Institute rasch unterschiedliche Forschungsprofile. Der diachrone und synchrone Vergleich der professionellen Erwartungsbildung in den Vereinigten Staaten, Deutschland und den Niederlanden zwischen 1920 und 1960 ermöglicht eine umfassende Untersuchung des Einflusses von Erfahrungen und Institutionen auf Erwartungen. Damit will die Studie auch einen Beitrag zur wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion ökonomischer Erwartungsbildung leisten." (Projektbeschreibung aus der Datenbank "GEPRIS – Geförderte Projekte der DFG")

Durchführende Institution / Finanzierung

  • Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften, Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (Antragsteller: Prof. Dr. Alexander Nützenadel)
  • Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), siehe GEPRIS-Eintrag

Ansprechpersonen / Kontakt

Prof. Dr. Alexander Nützenadel
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften
Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
Unter den Linden 6
D-10099 Berlin
E-Mail: nuetzenadel (at) geschichte.hu-berlin.de